Brief an Ministerin Bulmahn
Der Brief an Ministerin Bulmahn (30. 11. 04)
Sehr geehrte Frau Bulmahn,
in o.g. Presse legen Sie dar, dass es wichtig sei, Jugendlichen Chancen zu geben, um Rechtsradikalismus vorzubeugen. Uns überrascht diese Aussage von Ihnen, da Sie nach wie vor an der Jungenausgrenzung bei Maßnahmen zur Erweiterung des Berufswahlspektrums auf geschlechtsuntypische Berufe, wie dem Zukunftstag, festhalten. Und dies, obwohl das von Ihnen einberufene Forum Bildung schon 2001 die gleiche Teilhabe von Mädchen und Jungen an solchen Maßnahmen empfohlen hat. Wir hielten es für hilfreicher, wenn Sie auch Jungen neue Lebensperspektiven öffnen würden, anstatt diese in ihren alten Rollenklischees zu belassen.
Vor allem Ihre einseitige mädchen- und frauenspezifische Bildungspolitik ist unserer Meinung nach kritikwürdig. Der Vielzahl von Integrationshilfen von Mädchen und Frauen in technisch-naturwissenschaftlich orientierte Berufe und Studiengänge steht bis heute bei der Integration von Jungen und Männern in soziale und pädagogische Berufsbereiche nichts gegenüber, und dies obwohl Ihnen die zunehmende Feminisierung des Bildungsbereiches und die in zahlreichen Studien dargelegte damit verbundene Problematik bekannt ist.
Wir sind der Auffassung, dass ein schlechtes Bildungsniveau, gepaart mit einer hohen Arbeitslosigkeit, sehr wohl dem Rechtsradikalismus Vorschub zu leisten im Stande ist, insbesondere dann, wenn man männlichen Jugendlichen den Eindruck vermittelt, ihre Zukunftsperspektiven seien nur von nachrangiger Bedeutung und ihnen gleiche Chancen bei der Gestaltung ihrer Zukunftsperspektiven vorenthält. Dies kann zum Entstehen eines männlichen Proletariats beitragen, das für radikale Parolen und einfache Lösungen empfänglich ist.
Für eine Rückantwort wären wir dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
i.A. MANNdat e.V.
Hinweis: Dieser Brief wird veröffentlicht...
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